Alright folks, lange habe ich nichts von mir hören lassen und noch länger habe ich meine Reiseberichte vernachlässigt! Aber das möchte ich ändern, also versuche ich meine Gedanken zusammenzukriegen und rückblickend nochmal nach Amerika zu gehen und von meinen Reiseerfahrungen zu berichten!
Weiter geht es also mit unserer großen USA Tour im Winter. Es stand also gerade Silvester an, welches wir in New York verbrachten. Daraufhin sind wir nach Boston gefahren und trotz der eisigen Temperaturen (ich erinnere: -16°) entschieden wir uns weiter in den Norden zu reisen, nämlich direkt bis nach Kanada!
So machten wir uns also nach 2 Tagen Boston auf zur kanadischen Grenze, genauer gesagt dorthin, wo sich die Niagarafälle befinden. Doch sollte es nicht eine normale gemütliche Fahrt werden, nein, wir entschieden uns über Nacht zu fahren. So blieben uns Hostelkosten erspart! Also verbrachten wir noch den späten Abend in Boston, gingen nach unserer Harvardtour etwas essen, besuchten einen Waschsalon und bereiteten uns seelisch und moralisch auf die Reise vor. 8 Stunden sollte die Fahrt gehen und so wurde sich um die besten Plätze im Auto gestritten. Dann ging es los. Die Landschaft wurde immer verschneiter, ruhiger und abgelegener. Ich saß meistens auf der Rückbank, rechts am Fenster. Der aufopfernde Rifat zwischen mir und Masa. Stefan und Nina meistens vor uns, Alberto und Fernando in erster Reihe. Zwischendurch wurde gewechselt und so durfte auch ich mal vorne sitzen, als Nina fuhr. Auch wenn ich gar nicht gefahren bin, muss ich sagen, dass die Fahrt echt anstrengend war. Wach zu bleiben, wenn es nötig war oder zu schlafen wenn man konnte/sollte. Und irgendwann waren wir da. Wir konnten es gar nicht fassen. Es war kurz vor 8 Uhr morgens am Samstag, dem 5.1.2008. Wir hatten also wirklich die errechnete Zeit eingehalten. Doch es schien unser Glückstag zu sein, denn ab 8 öffnete schon der Niagara Falls Park. Also kein sinnloses Warten!
Man durfte kostenlos rein und so betraten wir als eine der ersten Gruppen an diesem Tag das Gelände. Zu unserem Erstaunen war es nicht ganz so kalt, das hieß die Fälle waren zum Glück nicht zugefroren. Außerdem machte sich der Temperaturunterschied zu Boston doch angenehm bemerkbar und so kamen uns die ca -5° doch recht warm vor :) Wir schauten uns also die American Falls an und nach einer kurzen Wanderung durch eine weiße Landschaft auch noch die wohl berühmteren Horseshoe Falls! Doch von der amerikanischen Seite sah man nicht so viel, also hieß es rüber über die Grenze. Doch, man kann ja nicht immer mit allem rechnen... An der Grenze zu Kanada checkte man unsere Pässe sehr akribisch, bis sich rausstellte, das Rifat mit seinem türkischen Pass allein nicht nach Kanada einreisen kann, er hätte ein Visum gebraucht... Also wieder zurück Richtung Amerika. Doch da ging das Ganze weiter. Hier waren es auf einmal die Österreicher, die uns an der Grenzstation aufhielten. Denn da Stefan und Nina ja nur ein Semester in Miami verbrachten, waren ihren Visa demzufolge seit Dezember abgelaufen. Aber zum Glück konnten die Grenzbeamten rechnen, denn man durfte mit dem Visum noch 2 Monat weiter reisen. Trotzdem hatten wir immernoch das türkische Problem, denn wir hatten ja ein Hostel gebucht in Toronto, Kanada. So fuhren wir erst einmal zur nächsten größeren Stadt: Buffallo! Hier wollten wir frühstücken und uns über die anstehenden Entscheidungen unterhalten. Nach kurzem Hin und Her war dann klar: Rifat würde in Buffallo bleiben, während der Rest von uns für eine Nacht nach Toronto fahren würde. Bevor wir aber zur Grenze zurückfuhren, schauten wir uns noch an, was Buffallo so zu bieten hatte:) Nicht viel, wie wir feststellten, bis auf die berühmten (?) Buffallo Sabres, eine Eishockeymannschaft, die einen Österreicher im Team hatte. Also schauten wir uns den Össis zu liebe gleich noch das Eisstadium an. Sowas muss man ja auch mal mitnehmen. Und nachdem Nina ihrem Bruder ein ein Trikot für sage und schreibe ca 120 $ holte, brachten wir Rifat zum Hostel und fuhren wieder Richtung Grenze. In Toronto überraschte uns dann ein super Hostel, welches uns ein BBQ und eine Bar-Tour versprach. Und da wir uns ja eh nicht in Toronto auskannten, nahmen wir das gerne an. Also ging es los, mit einer Horde von jungen Leuten. Dabei trafen wir zum Beispiel auch einen jungern Herrn, der vor einigen Wochen eine Weltreise gewonnen hat, wow! So stöberten wir von Bar zu Bar (einige Disko-like, andere mit Life-band oder stylisch und auch rustikal), eigentlich viel zu schnell, für unseren Geschmack. Es war schwer etwas trinken zu wollen und dran zu bleiben. Der Höhepunkt des Abends stellte ein Stripclub dar. Ja, richtig gehört, ein Stripclub. Naja, was soll eine Frau auch davon erwarten? Alles in allem war es aber ein recht amüsanter, schöner Abend!
Am 6.1., dem nächsten Tag, schauten wir uns dann Toronto an. Mir wurde gesagt, es sei nicht gerade der schönste Ort in Kanada, wobei man recht haben könnte. Dazu kam noch das graue, neblige Wetter, sodass man nicht mal auf den CN Tower (Canadian National) raufkonnte. Dieser ist nämlich mit 553 Metern der zur Zeit höchste Fernsehturm der Welt. Was uns aber sofort auffiel, war die umwerfende Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Kandadier. Nicht dass die Amis das nicht wären, aber es war doch ein bisschen anders, da man uns andauernd Hilfe anbot. Sahen wir so verloren aus? :) So genau weiß ich aber auch gar nicht mehr was wir uns dann so angeschaut haben, naja... Auf dem Weg zurück Richtung Amerika hielten wir noch einmal bei den Niagarafällen an, um sie von der richtigen Seite bestaunen zu dürfen. Leider war auch hier das Wetter nicht allzu berauschend, aber man konnte sich ausmalen wie atemberaubend jener Blick an einem schönen Tag sein mußte. In Buffallo holten wir dann Rifat ab und gingen in ein Restaurant welches "Original Buffallo Wings" servierte, na wenigstens was. So bestellten wir also 50 Stück für uns alle zusammen, von mild bis scharf, und kämpften uns durch diese Masse. Es war ein wirklich schöner Abend, der in einer Bar endete, die leider schon viel zu früh zumachte (um 9?!) und so mußten wir uns zeitiger als geplant auf unsere Fahrt nach Philadelphia begeben.
So, dies war ein großer Teil unserer Fahrt, zumindest wenn man die gefahrenen Kilometerzahl beachtet: ca. 900 Meilen! Aber es war auch ein großer Schritt Richtung Ende unserer Tour. Es standen nur noch Philadelphia und Washington auf unserem Plan, aber die folgen dann das nächste Mal!
*Fotos unserer Boston-Toronto-Buffallo-Tour*
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